Gewaltfreie Kommunikation

Die gewaltfreie Kommunikation ist eine Haltung von Respekt, Wertschätzung, Achtung und klarer Selbstvertretung. Im Mittelpunkt der gewaltfreien Kommunikation stehen die Bedürfnisse des Menschen. Die gewaltfreie Kommunikation beinhaltet ein Kommunikationsmodell. Dieses Modell besteht aus verschiedenen Schritten der Selbstklärung (Selbsteinfühlung) und des Verständnis für den anderen (Einfühlung).

Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Website von Marion Weller.

ADHS

Grundlagen:

ADHS steht für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

Symptome äußern sich unter anderem in:

  • Hyperaktivität (überaktives Verhalten/motorische Unruhe)
  • Impulsivität (spontanes nicht vorrausschauendes handeln)
  • Unaufmerksamkeit (nicht aufmerksam)

Bei den oben genannten Symptomen kann es sich um verschiedene Diagnosen handeln (bspw. eine Wahrnehmungsstörung), erst wenn zusätzliche Kriterien erfüllt werden kann die Diagnose ADHS gestellt werden. Beispiele für zusätzliche Kriterien sind; ein beginn vor dem 7. Lebensjahr, Persistenz der Symptome und das nicht erfüllen weitere Ausschlusskriterien.

Man unterscheidet verschiedene Formen:

Aufmerksamkeitsstörung Hyperaktivität/Impulsivität
Gemischter Typ Auffällig Auffällig
Vorherrschend unaufmerksamker Typ Auffällig Unauffällig
Vorherschend hyperaktiv- impulsiver Typ Unauffällig Auffällig

Ursachen

ADHS ist bei ca. 80 % der Betroffenen genetisch bestimmt, die restlichen ca. 20 % gehören zu einer erworbenen ADHS. Beispielsweise durch pränatale Störungen (Störung der Gehirnentwicklung durch Fehlbildung, Mangeldurchblutung, Infektionen, chem. Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Drogen), extreme Frühgeburten mit Komplikationen, allg. Geburtskomplikationen, Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (Fehlbildungen, Entzündungen, Tumore, Verletzungen).

Alle diese erworbenen Faktoren führen nicht zwangsläufig zum Störungsbild ADHS.

ADHS ist eine funktionelle Störung neurobiologischer Strukturen in Gehirnabschnitten, die für Hemmung von Impulsen und Arbeitsgedächtnis verantwortlich sind. Dadurch ist der Betroffene nicht in der Lage seine Möglichkeiten und Fähigkeiten auszuschöpfen.

„Erziehungsfehler“ sind nicht die Ursache der ADHS, jedoch beeinflusst die Erziehung Symptomatik und Folgereaktionen.

Eine unbehandelte ADHS belastet das betroffene Kind bzw. den betroffenen Patienten, die Familie und Gesellschaft, und kann somit eine Reihe ungewollter Folgen haben. Folgen einer unbehandelten ADHS können den aufgezählten, nachgewiesenen Beispielen entsprechen: Sozialverhaltensstörung, Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen bis hin zu psychiatrischen Krankheiten; des weiteren haben Patienten mit einer unbehandelten ADHS häufigere Klassenwiederholungen, Schul- und Berufswechsel, Schulabbrüche, Arbeitsplatzwechsel, Arbeitslosigkeit, Konflikthäufung durch aggressiv- unsoziales Verhalten, Jungendkriminalität bishin zum häufigerem Drogenmissbrauch.

Diagnostik

Eine Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Anlaufstellen für eine umfassende Diagnose finden sie bei Kinderärzten mit zusätzlichen Qualifikationen und/oder bei Kinder- und Jugendpsychiatern bzw. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

Es gibt keine fachspezifischen Tests oder apparative Diagnostik für ADHS. Arbeitsmaterial zur Diagnosestellung ist unter anderem eine störungsspezifische Anamneseerhebung (durch z.B. Explorationsbögen), ADHS-Diagnosechecklisten, Ströungsspezifische Fremd- und Selbstbeurteilungsbögen (Eltern, Erzieher, Lehrer, bei Jugendlichen auch des Betroffenen selbst), somatische, neurologisch-funktionelle, psychologische, technische Untersuchungen, Entwicklungsdiagnostik und evtl. eine Intelligenzdiagnostik.

Therapie

ADHS benötigt in erster Linie einer multimordalen Förderung ggf. mit medikamentöser Behandlung.

Therapiemöglichkeiten:

  • Psychoedukation durch Aufklärung, Beratung, Elternschulung, Selbsthilfegruppen (somit können ungünstige Sichtweisen verändert werden, das Umfeld kann auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden, Bewältigungsstrategien können verbessert werden)
  • Ergotherapie (hier sind die Möglichkeiten vielfältig, je nach Bedarf des Kindes/Patienten kann eine verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlung im Rahmen einer Einzel- sowie auch Gruppentherapie stattfinden oder die Anwendung verschiedener Therapieprogramme wie z.B. MKT (Marburger Konzentrationstraining)oder THOP (Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten)
  • Heilpädagogik
  • Psychomotorik
  • Verhaltenstherapie

Beim Ausbleiben der Erfolge anderer Therapien und/oder krisenhafter Zuspitzung der Situation des Kindes und/ oder der Familie besteht die Möglichkeit einer

  • medikamentösen Therapie (die Medikamente greifen in den funktionsgestörten neurobiologischen Prozess im Gehirn ein, so können die Patienten an ihre Fähigkeiten gelangen)

Die Therapieziele sind in erster Linie an dem Betroffenem orientiert, aber auch Eltern und Kindergarten / Schule werden mit einbezogen. Im Mittelpunkt steht die „Normalisierung“ oder Verminderung der Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben und somit die Maximierung von Fähigkeiten, sich den Alltagsanforderungen anzupassen.

Zusammengefasst lauten die Ziele somit:

  • Verringerung der ADHS-Kernsymptomatik
  • Verringerung komorbider Symptome
  • Verringerung des Risikos weitere Komplikationen.